zurück

Hanomag- Hannoversche Maschinenbau AG

Das Unternehmen wurde am 6. Juni 1835 von Georg Egestorff unter dem Namen Eisen-Giesserey und Maschinenfabrik Georg Egestorff gegründet. Der Firmensitz lag in Linden, das ab 1920 als Stadtteil Linden zu Hannover gehört. 1868 wurde die Fabrik an Bethel Strousberg verkauft und 1871 von der neu gegründeten Hannoversche Maschinenbau-Actien-Gesellschaft vormals Georg Egestorff übernommen. 1904 wurde durch Erich Metzeltin die Telegraphenadresse aus Kostengründen auf Hanomag abgekürzt; seit 1912 wurde Hanomag dann auch als Briefadresse verwendet. 1934 wurde die Aktienmehrheit des zu diesem Zeitpunk wirtschaftlich angeschlagenen Werks durch den Bochumer Verein (Bochumer Verein für Gußstahlfabrikation und Bergbau AG) übernommen. Die Hanomag war damit bis in die Nachkriegszeit Teil der Vereinigten Stahlwerke.

1958 wurde Hanomag von Rheinstahl übernommen, 1965 die Nutzfahrzeugmarke Tempo integriert. 1969 fusionierten innerhalb des Rheinstahl-Konzerns die Nutzfahrzeug-Sparten von Hanomag und den Henschel-Werken zur Hanomag-Henschel Fahrzeugwerke GmbH (HHF), an der sich Daimler-Benz zunächst beteiligte und diese bis 1971 komplett übernahm. Ab 1970 wurden nach und nach Mercedes-Dieselmotoren (BR 8) in die Hanomag-Henschel-Fahrzeuge eingebaut, beispielsweise in die Harburger Transporter. 1974 verschwand der Markenname Hanomag-Henschel. Zu später Berühmtheit gelangte das Lkw-Modell "Kurier" von Hanomag durch seine Rolle als Fahrzeug von Meister Röhrich in den Werner-Filmen und -Büchern.


In den 1970er Jahren übernahm der damalige deutsche Wirtschaftsmanager Horst-Dieter Esch die verbliebene Hanomag und gliederte sie, neben vielen anderen Baumaschinenfirmen in seine IBH-Holding ein, um den größten Baumaschinenkonzern der Welt zu formen. Die IBH endete im Konkurs. Esch wurde im März 1984 verhaftet und im Oktober des gleichen Jahres vom Landgericht Koblenz wegen Betrugs in Tateinheit mit Konkursverschleppung zu sechseinhalb Jahren Haft und 90.000 DM (46.000 Euro) Geldstrafe verurteilt.

1989 übernahm der weltweit zweitgrößte Baumaschinenhersteller Komatsu Anteile der Hanomag AG und seit 2002 ist die Komatsu Hanomag GmbH eine 100% Tochter des international erfolgreich agierenden Unternehmens.

Es werden in Hannover Radlader von 54 bis 353 PS und seit 2005 auch Mobilbagger von 14 bis 22 Tonnen produziert. Dank des Europäischen Technologie Centers (EUTC) sind die neuesten technischen Standards für Komatsu Hanomag selbstverständlich. In Hannover werden Baumaschinen entwickelt, die die verschiedensten Anforderungen sämtlicher Kunden in Europa sowie für bestimmte Produkte weltweit erfüllen.

Die Produktionszahlen konnten im letzten Geschäftsjahr um 1.400 Einheiten von 2.500 auf knapp 3.900 Maschinen erhöht werden. Der Umsatz betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 356 Mio. €, was einer Steigerung von 62% zum Vorjahr entspricht. Im letzten Jahr wurden fast 300 neue Mitarbeiter bei Komatsu Hanomag eingestellt. Zählt man noch die 268 Zeitarbeiter hinzu, so waren Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres 1.170 Mitarbeiter bei Komatsu Hanomag im Einsatz. Dies sind fast doppelt so viele wie Ende des Geschäftsjahres 2005, als hier ca. 650 Mitarbeiter beschäftigt waren.

 

 

Lokomotiven und Dampfmaschinen

Hanomag gehörte über viele Jahrzehnte bis ca. 1920 zu den bedeutendsten Lokomotivproduzenten in Deutschland.

Die Fabrik von Georg Egestorff lieferte bereits 1846 ihre erste Dampflokomotive "Ernst August", die den Eröffnungszug der Hannoverschen Staatsbahn von Lehrte nach Hildesheim zog. Sie gehörte damit zu den ersten Lokomotivfabriken in Deutschland. In der Folgezeit wurde insbesondere für die Staatsbahnen von Braunschweig und Hannover produziert.

Nach Egestorffs Tod 1868 erwarb Bethel Strousberg das Werk in Linden, um für seine Bahnen unabhängig von Lieferanten zu werden. Strousberg erweiterte die Produktionskapazitäten deutlich, z.B. durch die Normierung von Teilen der Lokomotiven, um eine rationellere Fertigung zu erreichen. In diese Zeit fällt der Gleisanschluss an die Hannover-Altenbekener Eisenbahn, wodurch die umständlichen Lokomotivtransporte auf Pferdewagen zum Staatsbahnhof entfielen. Aufgrund von geplatzten Auslandsgeschäften musste Strousberg die Fabrik bereits 1871 wieder verkaufen. Ein Bankenkonsortium gründete daraufhin die Hannoversche Maschinenbau-Actien-Gesellschaft vormals Georg Egestorff, die das Werk übernahm.

In den Folgejahren – das Königreich Hannover war zwischenzeitlich von Preußen annektiert worden – entwickelte und produzierte das Werk vor allem für die Preußischen Staatseisenbahnen. Seit 1894 war Hanomag auch exklusiver Lieferant der Oldenburgischen Staatsbahn. Erwähnenswert sind vor dem Ersten Weltkrieg insbesondere die preußischen Baureihen S 1, S 5.1, S 7, S 9, G 8, G 10 und G 12, die zum Teil bei der Hanomag entwickelt und gefertigt wurden. Mit 999 Exemplaren war die preußische G 8.1 die nach Stückzahl größte in Linden gebaute Baureihe, wobei der Anteil an der Gesamtproduktion dieser Lok genau 20% betrug. Ein wichtiges Standbein der Hanomag war auch der Export: Kurz vor dem Ersten Weltkrieg wurden bereits etwa 40 % der Lokomotiven ins Ausland geliefert, insbesondere an die rumänische und bulgarische Bahngesellschaft. Auch Werks- und Privatbahnen gehörten zu den Kunden.

1880 wurde eine der ersten Motorlokomotiven der Welt als Prototyp gebaut. Nach Patentproblemen gab man dies jedoch wieder auf und beschränkte sich weiterhin auf die Herstellung von Dampfloks.

Nach einen Wechsel in der Direktion kündigte sich 1922 eine Verschiebung im Produktionsspektrum der Hanomag an, weg von der Lokomotivproduktion. Eine wesentliche Ursache für diese Verschiebung war der stark gesunkene Bedarf an Lokomotiven nach der hohen Kriegsproduktion im Ersten Weltkrieg. Nach 10578 Lokomotiven stellte die Hanomag am 29. Juni 1931 schließlich die Lokomotivproduktion ein. Aufgrund der Stornierung einiger Aufträge ist die höchste vergebene Fabriknummer allerdings die 10765. Das Lokomotivgeschäft der Hanomag und die damit verbundene Produktionsquote wurde an Henschel in Kassel verkauft.

Ein wichtiges Standbein der Hanomag waren auch Dampfmaschinen und Steilrohrkessel für Kraftwerke.

 

 

Straßen- und Baufahrzeuge

Unabhängig vom Lokomotivbau weitete die Hanomag ihre Produktpalette sukzessive aus:

  • Ab 1905: Produktion von Lastkraftwagen (bis 1977, ab 1969 unter Hanomag-Henschel-Fahrzeugwerke GmbH unter zunächst 51-prozentiger, später 100-prozentiger Beteiligung der Daimler-Benz AG.
  • Ab 1912: Produktion von Tragpflügen mit bis zu 80 PS starken Benzolmotoren, ab 1924 erster Ackerschlepper (im heutigen Sinne Traktor) WD 26 mit Benzolmotor, 1931 erster Dieselschlepper RD 36 mit 4-Zylindermotor und 5195 ccm Hubraum. Hanomag war 1939 und Anfang der 1950er Jahre Marktführer. 1951 kam eine Reihe neuer Schlepper, basierend auf einem Baukastensystem mit 2, 3 und 4-Zylindermotoren. 1953 folgte eine teilweise Umstellung auf 2-Takt Dieselmotoren. Diese Motoren waren aber nicht ausgereift und wenig standfest. Dies hatte einen massiven Einbruch der Verkaufszahlen zur Folge. Seit 1962 wurden nur noch 4-Takt Dieselschlepper gebaut bis zur Einstellung der Produktion 1971.
  • Ab 1924: Produktion von Personenwagen (bis 1941), Ein Neuanfang blieb 1951 im Prototypstadium stecken).
  • Ab 1931: Produktion von Baumaschinen.

Die bekanntesten Maschinen der Hanomag sind heute die Traktoren. Von 1912 bis 1971 verließen mehr als 250.000 Maschinen von 12 bis 92 PS die Werkshallen in Hannover. Außerdem gab es Fertigungsstätten in Argentinien und Lizenzverträge mit dem spanischen Industriellen Eduardo Barreiros.

 

 

Hanomag Automobile

Von 1925 bis zum zweiten Weltkrieg stellte Hanomag Kleinwagen und Pkws der Mittelklasse her. Eine Wiederaufnahme der Pkw-Produktion im Jahre 1951 scheiterte.

Quelle: Wikipedia

 

 

zurück