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John Deere

John Deere ist das Markenzeichen und oft das Synonym für Deere & Company, des US-amerikanischen und weltweit führenden Herstellers landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte (2007), zu dessen weiteren Produkten auch forstwirtschaftliche Maschinen, Baumaschinen und selbstfahrende Rasenpflegemaschinen gehören, die allesamt durch ein dichtes internationales Verteilernetz weltweit exportiert werden.

 

Geschichte

1837 entwickelte der Grobschmied John Deere (* 7. Februar 1804 in Rutland (Vermont), † 17. Mai 1886 in Moline) in Grand Detour (Illinois, 22 km südlich von Oregon (Illinois)) mit einem bis dahin unbekanntem Schärf- und Polierverfahren (ursprünglich für Ledernadeln entwickelt) den ersten selbstreinigenden Stahlpflug und legt damit das Fundament für sein Unternehmen Deere & Company, besser bekannt unter dem Markenzeichen John Deere. 1848 verlegte er den Unternehmenssitz von Grand Detour nach Moline, Illinois, da es dort keinen Schmied seiner Qualität gab, und die Lage am Mississippi River beste Transportwege (Fluss, Eisenbahnstrecke) versprach. Schon bald produzierte John Deere mit seiner Firma Plow Works John Deere mehr als 1.000 Pflüge pro Jahr. Viele seiner Grundsätze haben noch heute Geltung für das Unternehmen, nicht zuletzt seine hohen Qualitätsmaßstäbe. "Ich werde niemals meinen Namen auf ein Produkt setzen, in dem nicht das Beste steckt, das in mir ist" (engl. "I will never put my name on a product that does not have in it the best that is in me."), ist wohl sein bekanntester Leitspruch. Er fand auch, dass, wenn nicht er seine Produkte verbessert, es andere an seiner Stelle tun - wer rastet, der rostet. 1852 zahlte J. Deere alle seine Partner aus, 1859 übernahm sein Sohn Charles Deere (1838-1907) die Leitung bis 1907. Das Unternehmen firmierte wechselnd als "John Deere", "John Deere & Company", "Deere & Company", "Moline Plow Manufactory" und "John Deere Plow Factory", bis es 1868 als "Deere & Company"  (engl. Public company) eingetragen wurde. Die genaue Firmenbezeichnung im Deutschen wäre "Öffentliche (Aktien)gesellschaft", eine in dieser Form hier unbekannte, in England als "Public limited company" und in Frankreich als "Appel public à l'épargne ("Öffentlicher Ersparnis-Aufruf") bezeichnete Form einer AG. Am 17. Mai 1886 starb der Firmengründer John Deere im Alter von 82 Jahren in Moline.

Mit der Übernahme der Waterloo Gasoline Engine Company (Waterloo Boy Traktoren) kurz nach dem Ersten Weltkrieg (1918) steigt John Deere in das Traktorengeschäft ein. Zunächst unter dem alten Namen vertrieben, produzierte John Deere ab 1923 mit der Vorstellung des John Deere D-Modells seine eigene Traktorenpalette. Seit 1931 erhielten die Traktoren, die bis dahin mit Stollenstahlrädern (bis 1939/40) ausgerüstet waren, nach und nach eine Gummibereifung (erster Traktor: D-Modell von 1931). In der Zeit der Weltwirtschaftskrise 1931-1933 gelang es Deere & Company, entgegen der gängigen Praxis, durch Verzicht auf Rückforderung bereits erbrachter Lieferungen von zahlungsunfähigen Landwirten diese und andere als treue Kunden zu gewinnen.

1956 übernahm Deere & Company die deutsche Heinrich Lanz AG. Das Stammwerk in Mannheim war unter dem Namen Heinrich Lanz AG seit 1859 bekannt. Dort wurde der legendäre Lanz Bulldog HL12 hergestellt. 1958 wurde mit Einführung der Industrietraktoren 440 (Raupen-/Radantrieb) und 435 als Weiterentwicklung des Traktors 420 offiziell 33 Jahre nach Präsentation des ersten industriellen Traktors DI (1935-1941, Variation des D-Modells) die Bausparte begründet.

In den 1980er Jahren geriet John Deere in den Sog der schweren Rezession in der Landwirtschaft, blieb aber als einziger großer Hersteller im Bereich der Landtechnik unabhängig. Bei einem Umsatz von 13,8 Milliarden US-$ erwirtschaftete John Deere 1998 ein Rekordgewinn von 1,021 Milliarden US-$. Im Jahre 1999 übernahm John Deere mit Timberjack den weltweit größten Anbieter von Forstmaschinen. Heute (Stand 2005) beschäftigt John Deere weltweit etwa 47.400 Mitarbeiter in 70 Fabriken und 35 Verkaufshäusern auf sechs Kontinenten, davon alleine 5.310 Mitarbeiter in Deutschland (Stand 2004, in Mannheim 2.520). Der Reingewinn belief sich für das Geschäftsjahr 2006 auf US-$ 1,69 Mrd.

 

 

Firmenfarben und Firmenembleme

Die Firmenfarben von Deere & Company sind seit 1920 dunkelgrün für das Fahrzeug und gelb für Aufschrift, Felgen oder früher Stollenstahlräder und Raupenabdeckung (erstmalige nachweisbare Verwendung bei einem zweirädrigen Aufsitzpflug (entwickelt 1875-1880) von 1905, wahrscheinlich aber bereits seit 1880). Den exakten Grund vermutet man in den Farben der Getreidepflanze "grün" (Jungpflanze) und "gelb" (erntereif). Für Bau- und Forstmaschinen wird seit der Einführung des Industrie-Traktors DI (1935-1941) safrangelb, später safrangelb/schwarz mit weißer Aufschrift auf schwarzem Grund als Fahrzeugfarbe verwendet, für Aufsitzrasengeräte auch beige.

Das Firmenemblem bestand seit 1848 aus einem Stahlpflug (für Ochsengespanne), überschrieben mit "JOHN DEERE - MANUFACTURER - WHOLESALE & RETAIL DEALER IN AGRICULTURE IMPLEMENTS" und Adresse, seit 1873 zeigt es einen springenden Hirsch (englisch deer), das 1876 registriert wurde. Das Firmenemblem von John Deere bestand damals aus einem über einen Baumstamm mit ausgestreckten Beinen springenden Hirsch, überwölbt mit "JOHN DEERE", unterschrieben mit "MOLINE, ILL.", dem Firmensitz. Es wurde in den Jahren 1912, 1936, 1937, 1950, 1956, 1968, 2000 verändert: 1912 als sehr detaillierter Hirsch, seit 1936 stets als Silhouette, 1937 fast wie 1876. 1950 wurde der Hirsch erstmalig mit nach vorn weisendem Geweih entsprechend dem amerikanischen Weißwedelhirsch als Vorbild ohne Baumstamm dargestellt (Zusatz "QUALITY FARM EQUIPMENT"). Seit 1956 findet sich nur noch der Hirsch mit Unterschrift "JOHN DEERE" im Oval, ab 1968 als zweibeinige Silhouette und seit 2000 völlig neu als nach vorne springender Hirsch mit angewinkeltem Vorderlauf in gelb auf dunkelgrünem, gelb-grün eingefasstem eckigem Oval, mit Schriftzug "JOHN DEERE" in dunkelgrün

 

 

Firmenleitung 

  • John Deere (Gründer und Präsident) 1837-1886
  • Charles Deere (Präsident) 1886-1907
  • William Butterworth (Präsident) 1907-1928, (Vorstandsvorsitzender) 1928-1936
  • Charles Deere Wiman (Präsident) 1928-1942
  • Burton Peek (Präsident) 1942-1944
  • Charles Deere Wiman (Präsident) 1944-1955
  • William Hewitt (Präsident) 1955-1982, (Vorstandsvorsitzender) 1964-1982
  • Robert Hanson (Vorstandsvorsitzender und geschäftsführender Direktor) 1982-1990
  • Hans Becherer (Vorstandsvorsitzender und geschäftsführender Direktor) 1990-2000
  • Robert W. Lane (Vorstandsvorsitzender und geschäftsführender Direktor) 2000-heute

 

 

Heute

Neben Traktoren werden insbesondere Erntemaschinen wie Mähdrescher, Feldhäcksler und Ballenpressen sowie Bodenbearbeitungsmaschinen gefertigt. Die Produktpalette von John Deere umfasst jedoch nicht nur landtechnische Produkte, sondern auch Baumaschinen, Planierraupen, Erdhobel etc.), Forstmaschinen, kommunaltechnische Maschinen sowie Rasen-, Grundstücks- und Golfplatzpflegeaggregate. Auch werden Produkte zur GPS gestützten Navigation bei Feldarbeiten (Verringerung der Überlappung bei Feldarbeiten), Ertragsmessung bei der Ernte und Software zum Arbeitsmaschinenmanagement vertrieben.

Die Fertigung erfolgt zum Teil auch in Europa, der größte Unternehmensstandort außerhalb der USA sind die John Deere Werke Mannheim. Das Verkaufshaus für Deutschland befindet sich in Bruchsal. Weitere Werke sind in Zweibrücken, Bruchsal, Gummersbach, Stadtlohn sowie in Horst aan de Maas (Niederlande) ansässig. In Zweibrücken wurden auch Teleskoplader gefertigt, deren Produktion jedoch Ende 2006 eingestellt wurde.

Der Innenraum der Arbeitsmaschinen ist in beige und anderen hellen Farben gehalten, die Traktoren selbst mit modernsten Techniken, wie beispielsweise der Common Rail Motorentechnologie ausgerüstet, die sich in den letzten Jahren sehr bewährt hat. Eine leistungsfähige Hochdruckpumpe liefert dadurch unabhängig von der Motordrehzahl einen konstant hohen Einspritzdruck. Die Gelenktraktoren der Baureihe 9320 - 9520 finden neben ihrem Einsatz auf dem Feld auch als Zugmaschinen für schleppbare Erdhobel Verwendung.

In der Schweiz ist die "Matra" der Generalimporteur von John Deere-Produkten. Große Marktanteile am Landmaschinenmarkt hat John Deere in der Russischen Föderation. Der wichtigste John-Deere-Händler in Russland ist EkoNiva. Eine in Deutschland bekannte Tochtergesellschaft ist der Gartengerätehersteller SABO, der vor allem durch seine Rasenmäher bekannt ist.

Quelle: Wikipedia

 

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