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Zettelmeyer

Die Firma Zettelmeyer war ein deutscher Hersteller von Baumaschinen. Die ehemalige Firma ist für die Stadt Konz und die dazugehörige Verbandsgemeinde ein wichtiger und bedeutender Arbeitgeber. Seit mehr als 100 Jahren existiert das Unternehmen und spiegelt in seiner Geschichte die gesamtwirtschaftliche Entwicklung innerhalb Deutschlands wieder.

 

 

Allgemeines

Auch das bemerkenswerte soziale Engagement der Familie Zettelmeyer ist besonders erwähnenswert. Dazu gehören unter anderem die überdurchschnittlich hohen Sozialleistungen, die Mitte des 20. Jahrhunderts zum Wohlstand der Stadt Konz beigetragen haben.

Seit der Gründung der Firma Zettelmeyer 1897 durchlebt das Unternehmen die beiden Weltkriege, den Wiederaufbau sowie die Rezession in den 60er Jahren. Trotz mehrerer Besitzerwechsel gelang es der Unternehmensleitung, den Standort in Konz zu erhalten und damit den Arbeitsmarkt  in Konz und der Region zu unterstützen.

Heute ist die ehemalige Firma Zettelmeyer (heute: Volvo) in Konz immer noch einer der wichtigsten Arbeitgeber der Region.

 

 

Die geschichtliche Entwicklung lässt sich in drei Epochen aufteilen:

 

Von der Gründung 1897 bis 1971

Von der Gründung 1887 bis ins Deutschland der Nachkriegszeit erfährt Zettelmeyer (Konz) eine Ära der Innovationen und - nur durch die weitreichenden Zerstörungen des 2. Weltkrieges unterbrochene - Verbesserung der wirtschaftlichen Situation.

  • ab 1897
    • Mit dem Kauf einer Dampfwalze zum Straßenbau gründet Hubert Zettelmeyer 1897 die Firma Zettelmeyer in Konz. Der Gründer fährt diese Dampfwalze bis zum Jahr 1899 selbst. Danach widmet er sich ausschließlich der Geschäftsleitung der Firma.
  • 1901 – 1902
    • Die Eheleute Zettelmeyer erwerben das erste Grundstück in der Granastraße in Konz und lassen dort das Haus Nummer 68 als Wohn- und Verwaltungsgebäude errichten. Im Jahre 1902 wird die erste Werkstätte für Reparaturarbeiten errichtet. Vorübergehend wird die Vertretung der englischen Firma Claxton & Shuttleworth übernommen sowie der Verkauf ihrer Produkte (zum Beispiel Dampfwalzen, Dampflokomobile und Dreschmaschinen). Letztere werden im Lohndrusch in der Region Trier eingesetzt .
  • 1905
    • Da sich die Beschaffung von Ersatzteilen schwierig gestaltet, wird der Werkstattbetrieb der Firma als Vorbereitung für den Bau der ersten eigenen Zettelmeyer-Dampfwalze erheblich vergrößert.
  • 1909 – 1914
    • Ein zusätzliches Konstruktionsbüro für die Firma wird eingerichtet. Im Jahre 1910 verlässt die erste selbstentworfene und -gebaute Zettelmeyer-Dampfwalze das Werksgelände. Bis 1914 sind zwanzig Walzenzüge (mit etwa 45 Männern) für die Firma Zettelmeyer unterwegs, davon 14 aus eigener Herstellung. Insgesamt arbeiten im Jahr 1913 ca. 110 Mitarbeiter für die Firma.

 

 

1914 – 1918 – 1. Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg (1914-1918) werden die Züge der kaiserlichen Armee unterstellt und im gesamten westlichen Gebiet verwendet.

  • bis 1929
    • Nach Kriegsende kehren alle 24 Walzenzüge unversehrt nach Konz zurück. Bis 1929 produziert Hubert Zettelmeyer komplette Walzenzüge mit Wohn-, Kohlen- und Wasserwagen. Mit der Erfindung der Motorwalze wird die Fortentwicklung der Dampfwalze eingestellt.

Die Firma Hubert Zettelmeyer wird 1925 als Zettelmeyer-Aktiengesellschaft weitergeführt und bundesweit Niederlassungen gegründet.

  • 1930
    • Am 19. Juni 1930 verstirbt Firmengründer Hubert Zettelmeyer im Alter von 64 Jahren. Nach dem Tode übernimmt sein Sohn Peter Zettelmeyer die Führung des Unternehmens.
  • 30er Jahre
    • Anfang der 30er Jahre beginnt die Produktion des ersten Dieselschleppers. Der Erfolg übertrifft schlagartig und unerwartet alle Erwartungen: Schon ein Jahr später entfallen auf das Schlepper-Geschäft 52 % des Gesamtumsatzes des Unternehmens. 1936 verlässt der 500. Dieselschlepper das Werk. Im Zuge dessen steigt die Belegschaft auf über 840 Beschäftigte.

 

 

1939 – 1945 – 2. Weltkrieg

Mit Beginn des 2. Weltkrieges im Jahre 1939 und der Zerbombung weiter Teile der Fabrikanlagen im Mai 1944 (Zettelmeyer wird von den Alliierten für einen Rüstungsbetrieb gehalten) findet die Erfolgsgeschichte des Unternehmens ein jähes Ende.

  • 1946 – 1950
    • In diesen Jahren beginnt der Neuaufbau der Produktionsstätte. Ab 1950 findet wieder eine geregelte und dauerhafte Produktion im Werksgelände der Firma Zettelmeyer statt und 1951 erscheint die Werkszeitung „Die Dampfwalze“ zum ersten Mal.
  • 1953
    • Der erste Hublader wird auf der Industriemesse Hannover vorgestellt. Dieser hat die für diese Zeit beachtliche Hubhöhe von 2,80 m, und das mechanische Schaltgetriebe wurde von Zettelmeyer entwickelt.
  • 1955
    • Hubert Zettelmeyer erhält das Bundesverdienstkreuz. Die Firma Zettelmeyer baut gemeinsam mit der Philipp Holzmann AG, Siemens Bau und Hochtief die Riveristalsperre bei Trier. Es wird ein Verbesserungsvoschlagssystem eingeführt, nach dem ein umgesetzter Vorschlag entlohnt wird, und durch Rationalisierung in den Arbeitsabläufen kann die Produktivität um 130 Prozent gesteigert werden. In diesem Jahr wird mit dem Export im großen Stil begonnen.
  • 1956
    • Der letzte Bauabschnitt der neuen Werkshallen wird vollendet. Somit kann ein breites Angebot an Baumaschinen produziert und am Markt angeboten werden. Erstmals werden Zettelmeyer-Maschinen nach Brasilien, Kolumbien, Mexiko, Indonesien und Indien geliefert.
  • 1957
    • Die Belegschaft steigt auf 1600 Mitarbeiter.Die Produktion von Dieselschleppern wird eingestellt. Das Ersatzteillager, die Endmontage und die Abteilung Versuche wird nach Konz – Karthaus verlagert.
  • 1965 – 1968
    • Trotz der Rezession kann die Firma Zettelmeyer 1968 das breiteste Radladerprogramm eines deutschen Herstellers anbieten.
  • 1971
    • Die Sparte Straßenbau wird wegen Unrentabilität eingestellt.

 

 

Besitzerwechsel 1975-1990

Die Firma Zettelmeyer gerät zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten.

  • 1975
    • Verkauf an das Unternehmen IBH. Ebenfalls wird der Umzug der Werksanlagen von der Innenstadt Konz in den Stadtteil Könen vorbereitet. Eine große Anzahl Maschinen wird zu dieser Zeit in den Irak geliefert und eine eigene Niederlassung gegründet.
  • 1981
    • Der neue Geschäftsführer des Unternehmens Eberhard Röhlich weiht das neue Werksgelände in Konz-Könen ein, das zu der Zeit das modernste Werk für Baumaschinen in Europa ist.
  • 1984
    • Das Unternehmen IBH meldet nur 3 Jahre nach der Übernahme der Firma Zettelmeyer Konkurs an. Der neue Besitzer ist die Firma H. Harms, Makler aus Hamburg. Dieser lässt die Produktion weiterlaufen.
  • 1987
    • Ein erneuter Verkauf des Unternehmens steht an. Der neue Inhaber ist W. Eder, Besitzer der Eder Baumaschinen AG. Die Produktion der Eder-Radbagger (im Ausland werden die in Konz gebauten Mini-Bagger als Caterpillar vertrieben) wird teilweise nach Konz verlagert.

 

 

Eingliederung in den Volvo-Konzern 1990

Der VME Volvo Konzern kauft sich bei Zettelmeyer ein. Zettelmeyer Konz wird in der Abteilung Volvo Construction Equipment eingegliedert .

  • 1990
    • In diesem Jahr übernimmt die Firma VME Volvo 25 % des ehemaligen Zettelmeyer-Unternehmens.
  • 1991
    • Die Umstrukturierung des bestehenden Unternehmens beginnt (Einführung von „Kaizen“). Mit diesen Änderungen werden verkürzte Arbeitswege, verbesserter Workflow, die Optimierung der Produktion sowie die Neugestaltung der Fertigung angestrebt.

Zu diesen Neuerungen gehört ebenfalls die Einführung der neuen und verbesserten Montagelinie, wodurch Mixbau nach Kundenwünschen möglich wurde (anstelle der üblichen Serienproduktion).

  • 1992
    • Die Veränderungen innerhalb des Unternehmens sind noch nicht abgeschlossen. Die Neuorganisation des Kundendienstes steht bevor. Hinzu kommt die Einführung eines neuen und verbesserten EDV-Systems (AS 400 – just-in-time-system).
  • 1994
    • Die Firma Volvo übernimmt 100 % des bestehenden Unternehmens in Konz-Könen. Das Werksgelände bleibt allerdings im Besitz des vorherigen Besitzers W. Eder, Eder Baumaschinen AG.
  • 1997-1999
    • Zertifizierung nach ISO 14001 (Umwelt) und ISO 9001 (Qualität).Umbenennung der kompletten Produktpalette in Volvo.
  • 2000
    • Der Geschäftsführer Eberhard Röhlich wird in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger, Robert Kramp übernimmt die Geschäftsleitung des Unternehmens.
  • 2004
    • Die Montagelinie für Raupenbagger wird errichtet und ein Teil der Produktion für Europa und USA wird von Korea nach Konz verlegt. Nachdem die Firma Volvo im Jahr 1994 die bestehende Firma zu 100 % übernimmt, folgt jetzt auch der Verkauf des Firmengeländes an den Firmeninhaber. Bis zu diesem Zeitpunkt gehörte das Gelände immer noch dem ehemaligen Besitzer W. Eder, Eder Baumaschinen AG. Dieses äußerst erfolgreiche Jahr endet für das Unternehmen als bestes Geschäftsjahr der Firma Zettelmeyer / Volvo während seiner gesamten Existenz.
  • 2005
    • Um an den Erfolg des Vorjahres anknüpfen zu können, werden vielseitige und umfassende Änderungen durchgeführt. Dazu gehören zum Beispiel die Erweiterung der Vorfertigung, Schweißerei, Lackiererei usw. mit dem Ziel der Produktion von 4000 Baggern jährlich

    Quelle: Wikipedia

 

 

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